DIE FARBE DES BLUTES: ROTE BLUTZELLEN

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Das Blut besteht zum größten Teil aus Roten Blutkörperchen, den sogenannten Erythrozyten. Ihre Aufgabe ist der Sauerstofftransport innerhalb des Körpers, ohne den Körperzellen nicht überlebensfähig sind. Aber das ist nur ein Teil ihrer Aufgabe: Sie müssen den Körper in seinem Stoffwechselprozess auch wieder reinigen, indem sie das dabei entstehende Kohlendioxid in den Zellen wieder “entsorgen”.

Etwa 99% der Blutzellen in einem Blutstropfen bestehen aus Roten Blutzellen. In unserem Körper zirkulieren etwa 25 Billionen dieser Erythrozyten, das ist mehrere hundert Mal mehr als es Sterne in der Milchstraßengalaxie gibt.8 Wenn Sie sich vorstellen, dass man mit den roten Blutzellen in unserem Körper locker ein Fußballfeld bedecken könnte, dann haben Sie einen Begriff von dieser ungeheuren Zahl.9 Aufeinandergestapelt würden die Roten Blutzellen einen 50.000 km hohen Turm bilden.10 Wenn man die Erythrozyten in unserem Körper wie einen Teppich ausrollen würden, würden sie eine Fläche von 3800 km2 bedecken.11 In unserem Körper gibt es so viele rote Blutzellen, dass in jeder Sekunde bis zu drei Millionen neue in den Blutkreislauf eintreten, um die alten, abgestorbenen zu ersetzen.12

Rote Blutzellen werden von den Stammzellen im Rückenmark erzeugt, jenem gummiartigen Gewebe im größten Knochengebilde unseres Körpers. Während seiner viermonatigen Lebenspanne zirkuliert jede Rote Blutzelle etwa 75.000 Mal durch den ganzen Körper, bis sie endlich wieder im Rückenmark landet. Während Sie diese Seite lesen, sind etwa drei Millionen Rote Blutzellen in Ihrem Körper abgestorben.13
 Das körpereigene Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, ist von immenser Bedeutung. Ständig werden abgestorbene rote Blutzellen durch neue ersetzt, womit das Rückenmark ununterbrochen beschäftigt ist. Die Produktion der Abermillionen von Zellen wird ausgelöst von einem chemischen Signal und endet erst, wenn die erforderliche Produktionsmenge erreicht ist.

Die chemische Kommunikationssystem, das all dies bewerkstelligt, zwingt zu einem intensiven Nachdenken. Zellen kommunizieren miteinander mit Hilfe Hunderter von unterschiedlichen Molekülen. Das an die Stammzelle gesendete Signal wird von einem bestimmten Protein dorthin transportiert. Die “angepeilte” Zelle verfügt über einen Proteinrezeptor, der das eingehende Signal “lesen” kann. Sobald dieser “Lesevorgang” stattgefunden hat, gelangt das Signal in die Zelle selbst.


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Verschiedene Enzyme zeigen der Stammzelle im Knochenmark an, wenn die Lebenszeit der Blutzellen abgelaufen ist. Dann beginnt die Stammzelle den Bedürfnissen des Körpers entsprechend neue Blutzellen zu erzeugen.

Die Beschreibung dieses Prozesses hat nur einiger Sätze bedurft, ist aber in Wirklichkeit wesentlich komplizierter. Nachwievor bemühen sich moderne Wissenschaftler darum, dieses geheimnisvolle Kommunikationssystem zu dechiffrieren. Das “Entscheidungsmoment” für die Stammzelle, um ihre Tochterzellen auf ihre Reise durch den Körper dorthin zu schicken, wo sie benötigt werden, ist eines der wichtigsten Forschungsfelder der heutigen Wissenschaft.14Die Tatsache, dass dieses Kommunikationssystem derart komplex ist, dass es bisher nicht möglich war, sein Geheimnis zu lüften, ist ein klarer Hinweis darauf, dass es von Gott dem Allmächtigen erschaffen wurde und dessen unbegrenzte Weisheit offenbart.

 Denn wie sonst wäre es möglich, dass ständig und zuverlässig im Sekundentakt die richtige Menge Roter Blutzellen produziert und an die jeweilige Stelle im Körper transportiert werden? Denn schließlich kann eine einzige Stammzelle im Rückenmark beim besten Willen nicht wissen, was an irgendeiner weit entfernten Stelle des Körpers gerade geschieht. Das Kommunikationssystem zwischen den unterschiedlichen Zellen ist das am besten funktionierende Netzwerk, das es gibt. Es ist das Werk Gottes, Der allein alle Einzelheiten in allen Organismen kennt, weil Er sie selbst erschaffen hat.

Die Roten Blutzellen sind außerordentlich klein, weil sie sich vor ihrem Eintritt in den Blutkreislauf weitgehend ihres Inhalts – Zellkern, Mitochondria, Ribosomen und anderer Organellen – entledigen. Sie tun das in einer buchstäblich bewussten Weise, weil sie “wissen”, dass sie ein wundertätiges Molekül namens Hämoglobin in sich aufnehmen müssen (dazu mehr auf den folgenden Seiten). Indem die Zellen sich ihrer Organellen entledigen und Hämoglobin aufnehmen, ermöglichen sie diesem Molekül, seine Aufgabe zuverlässig zu erfüllen während seiner Lebensspanne von vier Monaten.

Die Membran einer Roten Blutzelle bietet dem Hämoglobin eine wichtige Schutzhülle, denn es selbst verfügt über keine Membran und ist deshalb extrem verletzlich. Dank verschiedener Enzyme in der schützenden Schicht der Zellmembran ist das Hämoglobin auch gegen Degeneration geschützt..15

Die Roten Blutzellen müssen in ihrem Inneren viel Platz schaffen für die etwa 300 Millionen Hämoglobinmoleküle, die sich eine einzige rote Blutzelle “aufpackt”.16 Dafür wird etwa 90% des Volumens einer Roten Blutzelle benötigt.

Rote Blutzellen sind die einzigen Körperzellen, die ihren Zellkern verloren haben. Die von ihnen abgestoßenen Organellen werden sofort von den Weißen Blutzellen vernichtet, der quasi operativen Truppe des Körpers. Seltsamerweise sind die ihres Zellkerns – der all ihre Daten enthält – beraubten Roten Blutzellen trotzdem in der Lage, all die für ihr Überleben notwendigen Enzyme und Proteine zu erhalten während ihrer 120-tägigen Lebenszeit. Dank dieser Vorsorgemaßnahme für ihre viermonatige Lebenszeit sind sie überlebensfähig. Allerdings fungieren sie nur noch als “Transportmittel”, sie können sich nicht mehr teilen und somit nicht mehr reproduzieren wie andere Zellen. Deshalb müssen sie immer wieder durch neue Zellen ersetzt werden.

Wie schon dieses eine Beispiel zeigt, herrscht im menschlichen Körper eine ungeheure Systemkomplexität. Wenn Sie dieses Site zu Ende gelesen haben, werden Sie aber noch auf eine ganze Reihe wahrhaft erstaunlicher Einzelheiten, das Blut und seine Funktionsweise betreffend, kennengelernt haben. Eine davon ist die Art und Weise, wie sich eine Rote Blutzelle seiner Organellen entledigt und dabei ihren Zellkern verliert, der alle Grunddaten für das Überleben der Zelle enthält und trotzdem lange genug lebt, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Um das zu bewerkstelligen, muss die Rote Blutzelle wissen, welche ihrer Organellen notwendig und welche nicht notwendig sind während ihrer Lebensspanne. Noch wichtiger für sie ist, sich der Bedeutung des Hämoglobins für das menschliche Leben bewusst zu sein. Wenn auch nur eines dieser Details nicht beachtet wird, zum Beispiel wenn kein Hämoglobin aufgenommen wird, könnte die Rote Blutzelle keinen Sauerstoff mehr durch den Körper transportieren.


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Wenn sie im Knochenmark zu leben beginnt, gibt die junge Erythrozyte ihren Zellkern frei und nimmt das Hämoglobin auf, das sie zu transportieren hat (a). Für die Reise durch die Blutgefäße nimmt die Erythrozyte später die Form einer Scheibe an, wie im Bild gezeigt (b).
Die Erythrozyten, die die Lunge verlassen und Sauerstoff transportieren, sind hellrot (c). Nachdem sie ihren Sauerstoff im Gewebe deponiert haben, nehmen sie eine dunkelrote Farbe an (d).

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Verhalten – die Zustimmung der jeweiligen Zelle zu ihrem Absterben – ein harter Schlag gegen Darwins Evolutionstheorie ist. Denn Darwin nahm an, dass alle Organismen miteinander im Kampf liegen, um das Überleben ihrer Nachkommenschaft zu sichern. Richard Dawkins, einer der heute weltweit führenden Darwinisten, geht soweit, zu behaupten, dass dieser Kampf ums Überleben schon auf der genetischen Ebene stattfindet, und zwar so, dass die Gene jedes Lebewesens um ihr Überleben kämpfen. In Wahrheit jedoch verhalten sich die Roten Blutzellen, die ja lebende Zellen sind, genau entgegengesetzt: Sie opfern sich selbst auf, indem sie sich ihres Zellkerns und damit ihrer Gene entledigen. Und das tun sie nicht etwa, weil sie im Verlauf des Überlebenskampfes zufällig entstanden sind, sondern weil sie mit einer ganz bestimmten Aufgabenstellung erschaffen worden sind.

Und dieser Aufgabe bleiben sie treu, solange unser Körper lebt. Denn eben dafür wurden sie erschaffen von Gott, Der alles makellos erschaffen hat, also auch diese Zellen, die allein schon die Vollkommenheit Seiner Schöpfung beweisen. Dazu heißt es im Quran:

Siehe, ich vertraue auf Gott, meinen Herrn und eueren Herrn. Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das Er nicht am Schopf erfasst. Siehe, meines Herren Weg ist gerade. (Sure 11:56 – Hud)

 


8 Seymour Simon, The Heart:Our Circulatory System, First Mullberry Edition, 1999, S. 9.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
9 Bilim ve Teknik, Februar 1998, Vol. 363, S. 61.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
10 The Heart: “Our Circulatory System, S. 9.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
11 http://www.diyanet.gov.tr/DIYANET/nisan2001/dinsaglik.htm, Hacettepe University, Medicine Faculty, Professor Alparslan ÖZYAZICIhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
12 Simon, op. Cit.,S. 9.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
13 The Incredible Machine, National Geographic Society, S. 100.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
14 http://www.ri.bbsrc.ac.uk/library/research/cloning/glossary.htmlhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
15 http://garildi.cumhuriyet.com.tr/cgi-bin/sayfa.cgi?w+30+/cubilim/9810/24/t/ b0703.html+hemoglobinhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
16 http://www.nsbri.org/HumanPhysSpace/focus3/bloodcomponents.htmlhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif