BLUTGEFÄßE: EIN FEHLERFREIES TRANSPORTNETZ

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Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf einem großen Grundstück 100 Billionen Häuser errichtet, inklusive einem Wasserwerk, und müssten nun – ähnlich wie in unserem vorigen Vergleich – alle mit einem Wasseranschluss ausstatten. Zweifellos wäre das für Sie eine gewaltige Herausforderung. Denn nun brauchen Sie eine verdammt große Fläche für das Wasserrohrnetz. Wären Sie in der Lage, ein solches Leitungsnetz in Miniform, Ihrer Körpergröße entsprechend zu bauen?

Um die Frage anders zu stellen: Könnten Sie ein etwa 100.000 Kilometer langes Leitungsnetz so konstruieren, dass es in einen menschlichen Körper passt und jede einzelne der 100 Billionen Ihrer Körperzellen versorgen kann? Nein, das können Sie nicht! Aber genau so etwas existiert bereits in Ihrem eigenen Körper. Es wurde für Sie geschaffen, noch ehe Sie das Licht der Welt erblickt haben, um darin leben zu können. In sich selbst tragen Sie dieses “technische” Wunderwerk der Göttlichen Schöpfung durch Ihr ganzes Leben. Es allein wäre schon Grund genug, Gott zu preisen.

Ohne auch nur eine einzige Pause pumpt das Herz Blut über eine Gesamtlänge von 96.600 Kilometer durch den Körper, das entspricht in etwa dem Zweifachen des Erdumfangs.99 Das ist ein mehr als erstaunliches Phänomen, das einer mathematischen Überlegung bedarf. Die Gesamtlänge der Kapillaren im Körper, von denen viele nur unter dem Mikroskop sichtbar sind, beträgt 60.000 km.100 Ihre Gesamtoberfläche beträgt 8000 m2. Allein in der Lunge erstrecken sich 300 Millionen Kapillaren. Wenn man sie hintereinander reihen und auslegen würde, ergäbe dies eine Gesamtlänge von 2400 km.101 Die Gesamtlänge der Kapillaren im Gehirn beträgt 650 km. das entspricht in etwa der Entfernung zwischen den Städten München und Hannover (Luftlinie).102

Das sind nur einige der zahllosen Zahlen und Fakten, die allein schon beweisen, dass es im menschlichen Körper keine Zufälle gibt. Fast genauso faszinierend ist, dass sich die meisten Menschen dieses Wunderwerks in ihrem eigenen Körper überhaupt nicht bewusst sind. Das hat folgenden Grund: Man sieht nichts davon, wenn man vor dem Spiegel steht; man spürt nichts von dem, was darin unablässig passiert, höchstens ab und zu den Herzschlag, der all das akustisch signalisiert. Dieses System funktioniert derart perfekt und nahezu unbemerkt, dass außer bei einem auftauchenden größeren Defekt Sie Ihr ganzes Leben so gut wie problemfrei erleben, denn kleinere Defekte werden ebenfalls, von Ihnen unbemerkt, sofort behoben. Kein Ingenieur in der Welt könnte ein derartiges technisches Wunderwerk auch nur annähernd realisieren. Das konnte und kann nur Gott, der Schöpfer aller Dinge, der Herr der Welt.

Betrachten wir dieses 100 Billionen umspannende Netzwerk genauer. Und bedenken wir dabei, dass dieses Netzwerk von Ihren Augenlidern bis in die Zehenspitzen, von Ihren Haarwurzeln bis in Ihre Augenwimpern reicht. Wäre es nicht existent in Ihrem Körper, würden Sie sterben. Denn ohne Ihr Blutkreislaufsystem hätten Sie keine Chance, zu überleben.

Aber wie funktioniert dieses Wunderwerk der Schöpfung? Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, die Einzelheiten zu kennen. Denn dann wird sofort unmissverständlich klar, wie haltlos die evolutionistischen Behauptungen von der Rolle des Zufalls dabei sind. Das Kreislaufsystem des Körpers besteht aus drei unterschiedlichen Arten von Blutgefäßen, die jeweils drei unterschiedlichen Aufgaben dienen.


Die Reise der kleinen Roten Blutkörperchen

Der erste Ort, den ein Rotes Blutkörperchen nach seiner Geburt im Rückenmark versucht, zu erreichen, um in den Blutkreislauf zu gelangen, ist das linke Atrium, wo sich das sauerstoffreiche Blut ansammelt. Der Grund dafür ist, dass sich das Rote Blutkörperchen hier mit Sauerstoff beläd, um es dann in andere Körperzellen zu transportieren. Wenn es zu diesem Zweck das linke Atrium verlässt, um in den Blutkreislauf einzutreten, stößt es zunächst auf ein riesiges Tor. Sobald es dieses passiert hat, gibt es keine Rückkehr mehr. Denn nun ist es in der weit größeren Herzkammer angelangt, dem Ventrikel. Hier trifft es auf eine Menge Kollegen, denn hier ist das Blut am sauerstoffreichsten. Dank einer kraftvollen Pumpe im Ventrikel fließt es durch ein weiteres Tor und gelangt in einen engen Tunnel, die Arterie.

Jetzt befindet sich die kleine Rote Blutzelle im sogenannten Großen Kreislauf, auch Systemische Zirkulation genannt. Mittels dieses großen Zirkulationssystems ist die kleine Rote Blutzelle in ein Tunnelsystem geraten, das sich mit Ausnahme der Lunge durch den ganzen Körper erstreckt. Als erstes durchläuft die kleine Rote Blutzelle die Aorta, die stärkste Arterie im Körper.

Sauerstofftransport zu den Zellen

Die Aorta beginnt dort, wo das Blut das Herz verlässt. Sie enthält eine große Menge Blut und ist bei einem durchschnittlichen Erwachsenen etwa 2,5 cm dick.103 Sie ist deshalb so dick und damit widerstandsfähig, weil sie ab hier das sauerstoffreiche Blut in die anderen Arterien leitet und weil das unter einem hohen Druck geschieht. Wie zu erwarten, hat die Aorta auch eine ganz spezifische Struktur.

Die Aorta und die Pulmonalarterien, die am Herzausgang liegen, bestehen aus drei Schichten. Die erste und äußerste besteht aus faserigem Bindegewebe, das von größter Wichtigkeit ist, weil ihre elastische Struktur dem hohen Blutdruck standhalten muss. Ohne diese Schicht würde das unter hohem Druck aus dem Herz schießende Blut unvermeidlich die Aorta und andere Artereien beschädigen, gar zerfetzen. Diese besondere Eigenschaft, die Gott dieser so wichtigen Arterie verliehen hat, ist eine weitere Manifestation seines Ehrentitels “Der alles ohne Vorbild erschaffen hat” (Al-Badee). Wenn man bedenkt, dass das Herz mehrere hundertmal am Tag schlägt, wird klar, dass die oben beschriebene Gefahr für Aorta und andere Arterien sehr groß ist. Aber das hier zur Diskussion stehende Schutzsystem hat dieses Problem schon eliminiert und sichergestellt, dass die Arterie dem hohen Blutdruck ein ganzes Menschenleben lang standhält. Auch dies ist Ausdruck für die Zuneigung, die Gott gegenüber Seinen Dienern hegt.


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Ein Rotes Blutkörperchen beginnt seine Reise im linken Vorhof. Dann reist es durch den ganzen Körper, von den Zehen bis zum Gehirn, durch Blutgefäße und Kapillaren, die kaum ein paar Millimeter messen. Es deponiert Sauerstoff im Gewebe und nimmt Kohlenstoffdioxid auf, damit er durch die Lungen abgegeben werden kann, wenn es seine Reise beendet.

In der mittleren Schicht der Aorta liegen elastische Fasern aus weichem Muskelgewebe, die eine wichtige Rolle spielen bei der Regulierung der verschickten Blutmenge. Durch Zusammenziehung und Ausdehnung können diese Muskeln den Durchmesser der Aorta vergrößern oder verkleinern. Die hindurch fließende Blutmenge wird durch diese elastische Struktur im Gleichgewicht gehalten. Die innere Oberfläche der Aorta und der Pulmonalarterien besteht aus einer einfachen Schicht von Epithelzellen.104 Dank diesem Zellgewebe ist die innere Oberflche wie blank poliert, wodurch die Reibung reduziert wird, sodass das Blut besser und schneller hindurchfließen kann.


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Die Aorta verlässt das Herz und teilt sich in zwei: Der obere Zweig geht zu Kopf und Armen, der untere zu verschiedenen untergeordneten Gefäßen und Organen. Wenn der Körper im Ruhezustand ist, wird der Sauerstoff in weniger als 10 Sekunden, nachdem er von der Lunge aufgenommen wurde, zum Gewebe befördert. In Bewegung ist diese Phase auf 2 bis 3 Sekunden reduziert.

 Die Aorta windet sich vom Herz weg nach links in Form eines Bogens und gabelt sich dabei. Der Abzweig nach oben führt zum Kopf und zu den Armen, der Abzweig nach unten führt durch mehrere Subarterien zu den anderen Organen. Im Ruhezustand des Körpers transportieren diese Arterien im allgemeinen Sauerstoff innerhalb von zehn Sekunden nach “Abholung” in der Lunge zum Zellgewebe. Wenn der Körper sich jedoch in einer angespannten und anstrengenden Situation befindet, verkürzt sich diese Zeitspanne auf bis zu zwei oder drei Sekunden, das heißt: Der Blutkreislauf beschleunigt sich, weil die Roten Blutkörperchen die Fähigkeit besitzen, sich dem gestiegenen Sauerstoffbedarf des Körpers anzupassen.

Diese Fähigkeit ist von enormer Bedeutung. Dank ihrer elastischen muskulären Struktur, die eine Ausdehnung erlaubt, haben die Arterien auch eine Art Speicherfunktion, um sicherzustellen, dass stets genügend Blut im Körper zirkuliert. Diese Elastizität ist auch wichtig im Hinblick darauf, eine zu starke Erhöhung des Blutdrucks zu verhindern, mit dem das Blut durch den Körper gepumpt wird. Zugleich ermöglicht sie einen gleichmäßigen Fluss des Blutes in den Arterien während der Herzpulsationen.105 Auch dies ist ein Werk Gottes, notwendig, um einen körperlichen Gleichgewichtszustand zu erhalten.

Im Allgemeinen verlaufen die Arterien tief innerhalb des Körpers. An einigen Stellen des Körpers jedoch – zum Beispiel in der Hüfte, an den Schläfen, am Hals, am Fußrücken und an den Knöcheln – verlaufen sie dicht an der Körperoberfläche. An diesen Stellen kann man unter der Haut ertasten, mit welchem Druck bei jedem Herzschlag das Blut durch die Arterien pulst.

Dass ansonsten die Arterien so tief ins Körperinnere verlagert sind, ist eine Vorsichtsmaßnahme von enormer Bedeutung. Denn dadurch sind sie weitgehend gefeit gegen Verletzungen von außen. Dies zeigt, dass Gott, Der all dies erschaffen hat, unseren menschlichen Körper schützen will gegen all die Gefahren, denen wir Tag für Tag begegnen. Allein schon deshalb schulden wir Menschen Gott Dank und Zuwendung.

Wenn es von Zeit zu Zeit zu äußeren Verletzungen kommt, betrifft es meist die Venen. Aber die Venen, wie wir noch sehen werden, stehen nicht unter so hohem Druck wie die Arterien, weil durch sie nur visköses Blut fließt. Bei einer Verletzung hat das in den Venen fließende komprimierte, schwere Blut die Möglichkeit, zu verklumpen. Wenn jedoch eine Arterie verletzt wird, wird das helle, unter hohem Druck stehende Blut sehr schnell ausgestoßen. Und das ist ausgesprochen lebensgefährlich, falls die Arterienblutung nicht sofort unterbunden wird.


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Elastische Fasern in der äußeren Hülle der Arterie sorgen für Festigkeit bei Druck, wie bei kräftigem Herzschlag. Die mittlere Schicht besteht aus elastischem Gewebe und feinen Muskeln, die hinsichtlich der Steuerung der beförderten Blutmenge wichtig sind. Das flache Epithelgewebe in der Innenschicht hat eine feine, buchstäblich polierte Oberfläche, die mittels verminderter Reibung den Blutfluss erleichtert.

Arteriolen: Arterielle Knotenpunkte

Damit das Blut durch die Arterien verteilt werden kann, müssen diese sich verzweigen. Die Hauptarterien sind noch 2,5 cm dick, nach zahllosen Verzweigungen bis in die Kapillargefäße haben die Adern und Äderchen nur noch einen Durchmesser von einigen Mikrometern. Dort setzen die Roten Blutkörperchen ihre Reise fort. Wegen dem hohen Blutdruck in den Arterien können sich die Erythrozyten innerhalb weniger Sekunden über weite Strecken durch den Körper bewegen, bis sie die Kapillaren erreichen, um dort ihre Sauerstoffladung zu deponieren.

Arteriolen sind die kleinsten Verzweigungen im Arteriensystem, ehe sie in die wesentlich kleineren Kapillaren übergehen. Die Arteriolen fungieren als eine Art Sicherheitsventil für das in die Kapillaren einströmende Blut. Sie besitzen ein äußerst wichtiges und kraftvolles muskuläres System, mit dessen Hilfe sie sich ausdehnen oder verengen können, um den Bluteinfluss in die Kapillaren zu regulieren, bis schließlich im Zellgewebe der mitgeführte Sauerstoff und die Nährstoffe deponiert werden. Sie schützen die hochempfindlichen Kapillaren davor, durch den hohen Druck des einströmenden Blutes beschädigt zu werden. Diese Widerstandsfähigkeit der Arteriolen ist veranwortlich für fast die Hälfte des Widerstands im ganzen Großen Kreislauf, der größer ist als sonstwo im gesamten Blutkreislauf.106


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Die Arterien verzweigen sich in Arteriolen, bevor sie in die Kapillaren führen. Sie dienen als Kontrollklappen beim Befördern des Blutes in die Kapillaren. Deshalb besitzen sie ganz besondere Eigenschaften: Dank ihrer starken Muskelwände kontrollieren sie das Blut, das in die Kapillaren fließt und bewahren sie vor Beschädigungen.

Die Blutzufuhr zum Zellgewebe wird fast ausschließlich von den kleinen Arterien und Arteriolen kontrolliert. Aber auch noch die kleinsten Blutgefäße haben Einfluss darauf. Sie können die Blutzufuhr komplett stoppen oder zumindest die Geschwindigkeit regulieren, weil sie selbst entscheiden können, welche Zellen jeweils “beliefert” werden sollen. Um diese schwierige Entscheidung treffen zu können, gelangt das Blut aus den kleinen Arterien zunächst in die nur einige Millimeter langen und nur 8-50 Mikrometer dicken Arteriolen. Jede dieser Arteriolen verzweigt sich dann in etwa 10-100 Kapillaren.107

Sobald die kleinen Roten Blutkörperchen sich in einer Arteriole befinden, biegen sie ab in des zu versorgende Zellgewebe. Um ihren Sauerstoff und Nährstoffe dort abladen zu können, müssen sie aber erst hindurch durch die Kapillaren. Die Arteriolen zeigen ihnen den Weg dorthin.

Intelligente Kapillaren: Dünner als ein menschliches Hsaar

Wenn Sie in einem Durchschnittshaus leben, dürfte die Fläche im Erdgeschoss etwa 150 m2 betragen. Die Gesamtoberfläche aller 10 Milliarden Kapilllarien in Ihrem Körper ist etwa 3,5 mal so groß, etwa 500 m2.108 Bedenken Sie bei diesem Vergleich, dass ein Kapillargefäß nur einen Durchmesser von etwa 9 Mikrometer hat (1 Mikrometer = 1 Tausendstel Millimeter). Etliche Kapillaren sind sogar so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop sehen kann. Dieses weit verzweigte Netzwerk, das so eingerichtet ist, dass es jeden Punkt des Körpers erreicht, ist derart faszinierend, dass es zwangsläufig jeden Menschen immer und immer wieder an die Größe Gottes ermahnt.

 Eine zu irgendeinem Organ führende Arterie verzweigt und verdünnt sich sechs bis acht Mal, ehe sie zu einer Arteriole wird, den Sicherheitsventilen für die Kapillaren. Anschließend verzweigen sich die Arteriolen ihrerseits zwei oder dreimal, bis sie nur noch einen Durchmesser von neun Mikrometer haben und zu Kapillaren werden. Manche Kapillaren sind so eng, dass größere Blutkörperchen nicht mehr hindurchpassen. Selbst die Roten Blutkörperchen schaffen es teilweise nur “im Gänsemarsch” oder indem sie ihre Form verändern.


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Die Kapillargefäße sind so eng, dass sie vielen Substanzen die Passage verweigern. Gerade noch winzige Rote Blutkörperchen können hindurch, aber nur eins nach dem anderen oder in veränderter Form.

Wenn das Blut in die Kapillaren eintritt, hat es seine ursprüngliche Fließgeschwindigkeit von 1,5 kmh auf ein Tausendstel dieses Wertes verringert. Der ganze Körper ist durchzogen von einem riesigen Netzwerk von Kapillaren, deren Gesamtlänge von der Ost- bis zur Westküste der USA reichen würde.109 Dieses einzigartige System wurde erschaffen, um jede einzelne Zelle im Körper zu ernähren. Deshalb beträgt der maximale Abstand zwischen einem Kapillargefäß und einer Zelle nur 20-30 Mikrometer, also 0,2 mm.

Die Einzigartigkeit dieses Systems kann man sich nur verdeutlichen, wenn man kurz innehält und die Einzelheiten bedenkt. Ansonsten würde sich eine Beschreibung kaum unterscheiden von der in einem medizinischen Handbuch. Denn auf welche Weise dieses Wunderwerk aus Kapillaren mit wenigen Mikrometern Durchmesser jede Zelle im Körper erreichen kann, ist wahrhaft ein Wunder der Schöpfung. In Ihren Händen, Ihrem Gesicht, Ihren Füßen, Armen, ja in jedem Quadratmillimeter Ihres Körpers verbirgt sich ein perfekt funktionierendes Netzwerk unzähliger Kapillaren. Noch faszinierender ist, dass all diese Netzwerke miteinander vernetzt sind und sich alle aus einer einzigen Quelle speisen. Wenn Sie noch hinzudenken, dass schon in einem Finger Ihrer Hand Hunderte von Kapillaren stecken, wird Ihnen das ganze Ausmaß dieses Wunderwerks voll bewusst. Entstanden ist es ausschließlich durch den Willen Gottes, als Er sprach “Sei!” Denn Gott ist der Herr über Himmel und Erde, der Herr aller Welten, Der alles erschaffen hat. Davon spricht Gott selbst im Quran:


Die Schöpfung der Himmel und der Erde ist gewiss bedeutender als die Schöpfung des Menschen, jedoch verstehen die meisten es nicht. (Sure 40:57 – Ghafir)

Aber in diesen winzigen Blutgefäßen sind noch mehr von Gott erschaffene Wunder versteckt. Ihre Bedeutung ist viel größer, als es sich in ihrer Größe ausdrückt. Denn sie regeln den Austausch von Flüssigkeit, Nährstoffen, Hormonen und anderen Substanzen zwischen Blut und Zellgewebe. Im Zusammenhang mit dieser Aufgabe steht die Tatsache, dass die Zellwände der Kapillaren extrem dünn sind und eine ganz besondere Struktur besitzen, um es Molekülen zu ermöglichen, sie zu durchdringen. Die Kapillaren ermöglichen solch lebenswichtige Funktionen, wie die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff, aber auch deren “Entsorgung” von Abfallstoffen. Darin besteht ihre große Leistung.


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WAS IST DER TRANSPORTMECHANISMUS DER KAPILLAREN?

a) Ein Austausch von Substanzen zwischen Blut und Gewebezellen findet mithilfe der interstitiellen Körperflüssigkeit statt.
b) Dieses Diagramm zeigt die vier verschiedenen Infiltrationswege durch die Wand der Endothelzelle.

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c) Das Strömen von Flüssigkeit durch die Kapillarwände hängt generell von der Differenz zwischen Blutdruck und osmotischem Druck an verschiedenen Punkten des Kapillarbetts ab. Der Blutdruck presst nach außen. Der osmotische Druck hingegen drückt die Flüssigkeit zurück. Im Resultat wird die Flüssigkeit aus den Kapillaren durch Spalten am arteriellen Ende ausgestoßen und am venösen Ende wieder ins Blut aufgenommen.  

Die Zellwand eines Kapillargefäßes ist nur 0,5 Mikrometer dick. Sie ist porös, um das Ein- und Ausdringen von Substanzen zu ermöglichen. Alle für die Zelle notwendigen Substanzen gelangen durch diese winzigen Löcher in die Zelle hinein und wieder heraus. Nun gibt es aber einige Plasmaproteine, die dafür zu groß sind. Nur Substanzen von entsprechender Größe können die Zellwand durchdringen, andere verbleiben im Blut und setzen ihre Reise durch den Körper fort. Zugleich verhindern sie das Eindringen von Blutplasma in die Zellen. Nur ein ganz geringer Teil davon sickert in die Zellen ein, sodass eine Störung des Gleichgewichtszustandes im Körper vermieden wird.110


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Ein Rotes Blutkörperchen nähert sich der Sauerstoff bedürftigen Gewebezelle und lagert Sauerstoff in ihr ab. Mit dem Kohlenstoffdioxid, den es von der Zelle übernommen hat, hat es nun eine andere Ladung und macht sich durch die Venen auf den Weg zum Herz.

Fettlösliche Substanzen hingegen brauchen nicht die “Tore” der Kapillarzellwand passieren. Sie können direkt über die Kapillarmembran diffundieren. Das ist äußerst wichtig, weil durch diesen erleichterten Zugang Sauerstoff und Kohlendioxid schneller und in großen Mengen ausgetauscht werden können. Deshalb werden diese Gase wesentlich schneller transportiert als Substanzen wie Kalium und Glukose, die nicht flüssigkeitslöslich sind. Das steht in direktem Verhältnis zu den Bedürfnissen der Zellen danach, wobei diese Gase nur eindringen können, wenn Bedarf besteht.


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Warum sollte ich denn nicht Dem dienen, Der mich erschaffen hat und zu Dem ihr zurück müsst? Soll ich etwa Götter neben Ihm annehmen? Wenn der Erbarmer mir ein Leid zufügen will, so kann ihre Fürsprache mir nichts nützen, und sie können mich auch nicht retten.
(Sure 36:22-23 – Ya Sin)

Diese intelligenten Röhrchen, die nur einige Mikrometer dick sind und aus Bindegewebe und Muskelgewebe bestehen, regulieren den Blutzufuhr je nach Bedarf jeder einzelnen Gewebezelle. Auch dies ist definitiv ein Geschenk Gottes. Durch diese wichtige Vorsorgemaßnahme fließt nämlich das Blut nicht konstant durch die Kapillaren, sondern sporadisch. Wenn im Zellgewebe erhöhter Blutbedarf besteht, dehnt sich das Kapillargefäß durch einen Kontrollmechanismus aus und verlängert den Zeitraum des Blutzuflusses. Also steigt die Blutzufuhr, und damit die Menge des zugeführten Sauerstoffs und von Nährstoffen.111

Sobald die kleine Rote Blutzelle sich im Kapillargefäß befindet, zwängt sie sich mühsam durch den Engpass, wobei sie oft anhält und dann wieder weiterreist. Dank dem Hämoglobinmolekül in sich, ist sie bereit, den mitgeschleppten Sauerstoff abzuladen. Sie nähert sich jeder Zelle mit Sauerstoffbedarf und läd sehr vorsichtig ihre Sauerstoffladung ab, damit es weder bei ihr selbst noch bei der Gewebezelle zu einer Beschädigung kommt. Umgekehrt läd es sich das Kohlendioxid auf, das die Zelle loswerden will. Dann macht sie sich wieder auf den langen Weg zurück zum Herz, wo es aufgebrochen ist.

Bei der Arbeit der Kapillargefäße handelt es sich eindeutig um Vorsorge, also um etwas, wozu eigentlich nur ein intelligentes Lebewesen wie der Mensch in der Lage ist. Aber die wenigsten Menschen machen sich darüber Gedanken, welch wahrhaft bemerkenswerte Ereignisse in ihren Kapillaren stattfinden. Das gilt vermutlich auch für die Leser des vorliegenden Buches, die sich erst beim Lesen dieser Zeilen von diesen erstaunlichen Vorgängen ein Bild machen können, auf die menschliches Handeln keinerlei Einfluss hat.

Gott hat die vollkommensten Werke auf Erden erschaffen. Es genügt, sie zu betrachten, um zu erkennen, welch überlegene Intelligenz in ihnen verborgen ist. Über Menschen, die dies sehen, und Menschen, die es nicht sehen, hat Gott im Quran offenbart:

Sprich: “Wer ist der Herr der Himmel und der Erde?” Sprich: “Gott.” Sprich: “Habt ihr euch etwa Beschützer außer Ihm genommen, die sich selbst weder nützen noch schaden können?” Sprich: “Ist etwa der Blinde dem Sehenden gleich? Oder sind etwa die Finsternisse und das Licht gleich? Oder haben sie Gott Gefährten gegeben, die erschaffen haben wie Er erschuf, so dass beider Schöpfungen ihnen gleich vorkommen?” Sprich: “Gott ist der Schöpfer aller Dinge. Und Er ist der Einzige, der Beherrschende.” (Sure 13:16 – ar-Ra´d)

Der Blinde ist nicht dem Sehenden gleich, noch sind diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, dem Übeltäter (gleich). Wie wenig lasst ihr euch ermahnen!  (Sure 40:58 – Ghafir)


Die Venen: Die Rückreise im riesigen Netzwerk des Blutkreislaufs

Während sich die Rote Blutzelle mit Kohlendioxid beläd und sich fertig macht für die Rückreise, dehnt sich der Tunnel rings um sie aus, damit sie auf dem Rückweg genügend Platz hat. Massenweise haben sich ihr Erythrozyten und andere Zellen angeschlossen, und wie eine ganze Armee machen sie sich auf den Rückweg durch den sich weitenden Tunnel. Mittlerweile ist der Blutdruck, innerhalb dessen sie sich bewegen, gesunken. Deshalb verläuft der Rückweg wesentlich langsamer. Ihre hellrote Färbung durch den transportierten Sauerstoff ist fast ganz verschwunden. Wegen des rückzutransportiernden Kohlendioxid ist sie jetzt dunkler, eher purpurfaben.

Die riesigen Tunnel, die die roten Blutzellen nun durchqueren, sind Venen. Jene Blutgefäße, in denen der Rückweg verläuft. Die dickste Vene ist etwa so dick wie ein Bleistift.112 Die Zellen im Blutstrom transportieren das Kohlendioxid und andere Abfallstoffe aus dem Zellgewebe zurück zum Herz, um es entweder wiederzuverwenden oder aus dem Körper auszuscheiden.

Zwei große Venen münden in das Herz. Eine davon ist die obere Hohlvene, die vom Kopf, den Armen und Oberkörper herkommt. Die andere, untere Hohlvene genannt, kommt aus dem Unterkörper. Das zum Herz rücktransportierte Kohlendioxid wird durch die Lunge aus dem Körper ausgeschieden, die Roten Blutkörperchen jedoch beginnen ihre endlose Reise durch den Körper von neuem, beladen mit Sauerstoffmolekülen. Etwa 1000 Mal am Tag unternimmt das Rote Blutkörperchen diese Reise, ohne Pause, ohne zu ermüden.113


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Venen können dreimal soviel Blut befördern wie Arterien und Kapillaren, dank ihrer besonderen Struktur.

Ähnlich wie die Arterien, sind auch die Venen große Blutgefäße. Ihre muskulären Wände jedoch sind dünner als bei den Arterien. Und zwar deshalb, weil der Blutdruck in den Venen niedriger ist als in den Arterien. Obwohl die Venen nicht einem so hohen Druck standhalten müssen wie die Arterien, gibt es einen sehr wichtigen Grund für ihre muskuläre Struktur: Mit deren Hilfe können die Venen nämlich durch Ausdehnung und Zusammenziehen große Mengen Blut speichern, das in ihnen bereit gehalten wird, wann immer es im Blutkreislauf benötigt wird.114

An dieser Stelle sind einige Informationen hilfreich: 84% der gesamten Blutmenge bewegt sich in der Systemischen Zirkulation, davon 64% auf dem Rückweg durch die Venen. Der entsprechende Anteil in den Arterien liegt bei nur 15%. Obwohl die Kapillaren eine Gesamtlänge von annähernd 60.000 km haben, befinden sich in ihnen nur 5% des Blutes. Im Herz sind es 7%, und in den Pulmonalarterien 9%.115 Das daran Erstaunlichste ist der hohe Blutanteil in den Venen, und der niedrige in den Kapillaren. Es bedeutet, dass sich in den Venen während der Systemischen Zirkulation dreimal so viel Blut befindet wie in den Arterien und Kapillaren zusammen. Das liegt an ihrer oben beschriebenen Speicherfunktion.

Die Blutmenge in den Kapillaren hingegen ist erstaunlich gering im Vergleich zu deren Aufgabe. Die Materialzuführung zu diesen Blutgefäßen steht unter ständiger Kontrolle.

Wenn der Körper beginnt, Blut zu verlieren und der Blutdruck entsprechend abfällt, kommt es an verschiedenen Punkten des Blutkreislaufs zu Druckreflexen, die Nervenimpulse an die Venen senden. Sobald diese Signale dort ankommen, kontrahieren die Venen und pressen mehr Blut in den Kreislauf. Selbst bei einem Blutverlust von bis zu 20% kommt es dank dem Blutreservoir in den Venen noch zu keinem Problem: Das Zirkulatorische System setzt seine Tätigkeit fort wie vorher.


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Anders als die Artierien sind die Venen keinem hohen Blutdruck ausgesetzt und haben deshalb andere Strukturen. Dank ihrer muskulären Wände können die Venen große Blutmengen speichern, indem sie sich ausdehnen oder zusammenziehen. So ist in den Venen gespeichertes Blut für den sofortigen Gebrauch im Notfall verfügbar.

Da der Blutdruck innerhalb der Venen so niedrig ist, könnte es als schwierig für das Blut erscheinen, sich durch den Körper zu bewegen, vor allem von unten hinauf zum Herz. Aber dieses Problem ist ebenfalls schon gelöst durch ein weiteres perfektes System. Bei jeder Ihrer Bewegungen erzeugen die Muskeln Druck auf die Venen, um so die Zirkulation zu beschleunigen. Der Druck, den Ihre Beinmuskeln erzeugen, um Blut nach oben zu pumpen, entspricht exakt der Schwerkraft, die nach unten wirkt. Wenn die Venen die Skelettmuskeln in besonders viel bewegten Körperteilen wie Beinen und Armen verlassen, werden sie durch die Atmungsmuskeln unterstützt. Das Blut in der inferior Vena cava direkt unterhalb der Lunge bewegt sich dadurch bei jedem unserer Atemzüge. Auf diese Weise hilft der in der Brusthöhle entstehende Druck dem Blut dabei, auf dem Weg nach oben das Herz zu erreichen.

Aber die Venen haben noch weitere Möglichkeiten, um den Blutfluss zu kontrollieren. Der wichtigste dieser Kontrollmechanismen sind kleine “Ventile”, die es nur in den Venen, nicht aber in den Arterien gibt. Diese “Ventile”, die Venenklappen, erlauben es dem Blut nur, in eine Richtung zu fließen, ähnlich wie bei den Herzklappen. Auch die Venenklappen schließen sich hinter dem Blut und verhindern so, dass es infolge des niedrigen Drucks wieder zurückfließt.116 Für einen solchen Mechanismus besteht in den Arterien keine Notwendigkeit, weil dort der hohe Druck einen Rückfluss verhindert. Dieses ganze System ist ein fehlerlos funktionierendes Werk Gottes, in dem jedes unterschiedliche Blutgefäß eine ganz bestimmte Rolle spielt, um den Blutkreislauf in Gang zu halten. Dieser eindrucksvolle Mechanismus in den Venen ist ohne Zweifel ein Werk Gottes, “Der erschafft und formt”  (Sure 87:2 – al-A´la) und “… der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende…” (Sure 59:24 – al-Haschr) ist. Er hat die Menschen erschaffen, und all die wundersamen Mechanismen im menschlichen Körper sind Beweise Seiner Göttlichen Schöpfung.
Trotz dieses Druckunterschiedes ist die durchfließende Blutmenge in den Arterien und den Venen stets gleich. Denn der Körper muss sich im Gleichgewichtszustand befinden, weil sich sonst in bestimmten Körperregionen Blut ansammeln würde. Da der Blutdruck in den Venen niedriger ist, fließt das Blut in ihnen langsamer als in den Arterien. Anders ausgedrückt: Es scheint unmöglich, dass sich in den Venen soviel Blut befindet wie in den Arterien. Aber genau das ist erstaunlicherweise nicht der Fall. Und zwar deshalb, weil der Gefäßdurchmesser der Venen größer ist als der der Arterien. Deshalb gleicht sich das Fassungsvermögen zwischen Venen und Arterien aus. In den Arterien fließt das Blut zwar schneller, aber dafür ist das Fassungsvermögen der Venen größer. Auf diese Weise ist die aus dem Herz aus- und einströmende Blutmenge immer gleich und im Gleichgewicht.117


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Als Voraussetzung für die Arbeit, die die Venen in unserem Körper verrichten, besitzen sie eine besondere Struktur. In den Venen können sich Klappen öffnen und schließen, wenn sauerstoffarmes Blut zurück zum Herz befördert wird. Diese sorgen dafür, dass das Blut nicht rückwärts, sondern immer vorwärts zum Herz fließt.
Wie können die Venen wissen, dass sie solche Klappen haben müssen? Dieses Beispiel zeigt uns wieder einmal die überragende Erkenntnis und Schöpfung unseres Herrn, Der uns so vollkommen erschaffen hat.

Das Prinzip der Gleichgewichtszustände im Körper ist wahrscheinlich den meisten Menschen nicht vertraut, weil ihr Leben in der Regel in geordneten Bahnen verläuft. Aber der Körper braucht all diese zahllosen Gleichgewichtszustände, deren Störung jeweils eine Bedrohung wäre. Ein Beispiel dafür ist der Blutkreislauf. Der Gleichgewichtszustand innerhalb des Blutkreislaufs ist so durchdacht, dass die vom Herz ausströmende und das zu ihm zurückströmende Blutmenge stets die gleiche ist.

Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, kann das Blut in den äußeren Körperregionen nicht mehr zurückkehren und sammelt sich an verschiedenen Stellen im Körper an. Das hat Ödeme und platzende Venen zur Folge, eventuell sogar Gangräne. Wenn jedoch zuwenig Blut ins Herz zurückströmt, sinkt in der Folge der Anteil von sauerstoffhaltigem Blut, den das Herz durch den Körper schickt, beträchtlich und die Versorgung ist nicht mehr gewährleistet. Wenn dieser Zustand länger anhält, sterben die Organe langsam ab.

Wenn man bedenkt, welche Bedeutung das Gleichgewicht zwischen ein- und ausströmendem Blut hat, wird überdeutlich, dass dieses vollkommene Gleichgewicht nur ein Werk Gottes sein kann, Er, der Spender des Lebens (Al-Muhee). Umso genauer wir alles betrachten, desto näher kommen wir Gott, unserem Schöpfer, näher und erkennen seine Allmacht. Dann wird uns auch klar, wieviel wir Gott schuldig sind. Für all die Geschenke, die Gott uns gemacht hat, muss Ihn jeder preisen und Ihm gefällig sein. Die Ungläubigen jedoch suchen ständig nach anderen Erklärungen für all die Wunder der Göttlichen Schöpfung und hoffen, damit auch andere vom Glauben an Gott und Seine Schöpfung abbringen zu können. Aber Gott ist der Höchste, der Mächtigste, der Unbesiegbare. Diese Wahrheit kommt in folgendem Vers des Quran zum Ausdruck:

Gott hat festgelegt: “Ich werde obsiegen, Ich und meine Gesandten!” Gott ist fürwahr stark, erhaben. (Sure 58:21 – al-Mudschadala)
Nach seiner Reise durch die Venen kehrt das Blut wieder zurück ins Herz, und von dort weiter in die Lunge, wo das mitgebrachte Kohlendioxid “abgeladen” wird. Nur in den Pulmonalvenen fließt sauerstoffhaltiges Blut. Sobald wir den Pulmonalkreislauf im Körper genauer betrachten, werden Sie besser verstehen, warum und wozu die Pulmonalvenen diese Verantwortung tragen.


Sauerstoffanreicherung in der Lunge und die Pulmonalzirkulation

Seit die Roten Blutkörperchen ihre Reise durch den ganzen Körper begonnen haben, sind gerade mal 40 Sekunden vergangen. Jetzt sind sie, deoxygeniert, wieder im Herz angelangt, wo die Reise begonnen hat. Jetzt geht es darum, das “verunreinigte” Blut zu reinigen von den Abfallstoffen aus den Körperzellen. Zu diesem Zweck strömen die Blutkörperchen zunächst in das rechte Atrium, um von dort eine weitere Reise zu beginnen, Pulmonalkreislauf genannt.

Sie verläuft diesmal ausgehend von der rechten Herzhälfte. Die Herzklappe im rechten Atrium öffnet sich und entlässt die Blutkörperchen in die rechte Ventrikel. Anschließend schließt sich sofort die Herzklappe im rechten Ventrikel wieder, und es gibt keinen Weg zurück. Für einen kurzen Augenblick verbleiben die Blutkörperchen im rechten Ventrikel, bis sich die zweite Klappe öffnet und den Weg frei macht für die Reise zur Lunge. Die zweite Reise der Blutkörperchen beginnt. Sie wird kürzer sein als die erste, weshalb sie auch Kleiner Kreislauf genannt wird.

Von der rechten Ventrikel aus erreicht das Blut die Pulmonalarterie, die sich anschließend in die rechte und linke Pulmonalarterie verzweigt. Beide führen zur Lunge, wo sie sich wieder in zahlreiche Kapillaren teilen an den Membranen der Alveolen, in deren Luftsäckchen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet. Das nun wieder sauerstoffangereicherte Blut wird dann durch die Pulmonarvene zum linken Atrium des Herzens transportiert, wo die Reise ja schon einmal begonnen hat. Im Folgenden beschreiben wir, wie das Blut in einer Vene transportiert wird.


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Das Kreislaufsystem befördert Sauerstoff von der Lunge zum Gewebe. Kohlenstoffdioxid, andererseits, wird vom Gewebe zur Lunge transportiert. Glukose wird von den Eingeweiden absorbiert und zeitweise als Glykogen in der Leber aufbewahrt. Später wird es zum Gewebe geschickt. Diese makellose Arbeitsteilung enthüllt einmal wieder die Makellosigkeit von GOTTES Schöpfung.

Die Luft tritt in die Lunge durch die Bronchien ein, die sich mehrfach verzweigen, bis sie endlich in die Alveolen münden. Davon gibt es in der Lunge etwa 300 Millionen, deren Membrane mit Kapillaren bedeckt sind. An dieser Nahtstelle findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid statt. Es dürfte nicht schwerfallen, sich den Durchmesser dieser Kapillaren vorzustellen. Die Gesamtoberfläche der Alveolen beträgt etwa 70 m2.. Die Membranstärke der Kapillaren und Alveolen beträgt nur 0,0000254 mm, ihr Zusammenwirken ist für unseren Körper von elementarer Bedeutung.118

Dieser Gasaustauch in der Lunge ist wahrhaft wie ein Wunder. In jeder Minute schickt die Lunge 56 x 1021 (das ist die Zahl 56 mit 21 Nullen) Sauerstoffatome durch den Körper an alle Zellen.119 All you have to do is to breathe. With the amount of the air we inhale throughout the day, this magnificent exchange of gasses in our lungs takes place at enormous speed. Following this exchange, our small red blood cell, now loaded with oxygen, has returned to the beginning of its journey in the left atrium to carry oxygen to the tissues. This extraordinary journey, which has been explained in general terms, has lasted less than a minute.


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Die Barriere zwischen der Luft in den Alveolen und dem Blut in den Kapillaren ist insgesamt 4 Mikrometer dick – entsprechend dem halben Durchmesser eines roten Blutkörperchens. Dieser extreme Feinheitsgrad der Barriere zeigt, wie besonders geschickt und effektiv der Zwei-Wege-Austausch von Gasen über diese Grenze funktioniert.

Man muss sich daran erinnern, dass dieser Gasaustausch nicht funktionieren würde, wenn der Abstand der Kapillaren von den Alveolen auch nur ein bisschen größer wäre. Dass er aber genau dafür eingerichtet ist, ist ein weiteres Wunder der Schöpfung, denen wir in diesem Buch schon ständig begegnet sind. Kein menschlicher Verstand kann einen derart genialen Konstruktionsplan entwerfen und verwirklichen, wie er an jedem Punkt unseres Körpers anzutreffen ist. Er ist das Werk einer großen und mächtigen Kraft, das Werk Gottes, Der sich uns in all seinen Werken so offenbart. Jedermann kann sich durch die Betrachtung Seiner Werke davon überzeugen. Das hat uns Gott im Quran selbst offenbart:
Gott ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist aller Dinge Erhalter. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde. Und diejenigen, welche an die Botschaft Gottes nicht glauben – sie sind die Verlierer. (Sure 39:62-63 – az-Zumar)


Der Blutstrom-Kontrollmechanismus


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Die Vor- und Nachteile bei der Lösung eines Problems abzuwägen und die dabei wichtigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, ist eine Fähigkeit, die eigentlich nur vernunftbegabten Menschen eigen ist. Wenn wir jedoch das menschliche Kreislaufsystem betrachten, stellen wir fest, dass einige der hevorragend funktionierenden Systeme in unserem Körper intelligenter als Menschen sind. Sie haben die ungeheure Aufgabe, das menschliche Leben zu erhalten! Deshalb müssen die Roten Blutkörperchen ununterbrochen ihre Reise fortsetzen, ohne Unterbrechung, ohne Fehler und, am allerwichtigsten, indem sie alle Situationen und Bedingungen antizipieren.

Es gibt bemerkenswerte Hinweise darauf, dass die Systeme in unserem Körper intelligent sind. Wie schon erwähnt, können sie die Bedürfnisse des Körpers analysieren. Dies geschieht durch einen überlegenen Mechanismus, der Göttlichen Ursprungs ist. Herz, Blutgefäße und Zellen stehen miteinander in einem bewussten Funktionszusammenhang: Das Herz pumpt eine genau festgelegte Menge Blut, die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff zu den Gewebezellen und, außerordentlich wichtig, die Blutgefäße steuern die Blutzufuhr.

Währen Sie ausruhen oder schlafen, braucht Ihr Herz nicht so viel Blut zu pumpen. Während des Schlafens pumpt es nur gerade so viel Blut, dass Sie überleben können – was schon wichtig genug ist. Sobald Sie jedoch aus dem Bett steigen und sich im Zimmer bewegen, beschleunigt sich Ihr Herzschlag. Schon bevor Sie auf irgendwelche Probleme stoßen, wird die Information übermittelt, dass Ihr Körper wieder in Bewegung ist und deshalb die Muskeln mehr Blut brauchen. Sobald Sie anfangen herumzurennen, erhöht sich Ihr Herzrhythmus und das Pumpvolumen auf das 6-7fache.

In dieser Hinsicht ist der Körper sehr sparsam. Deshalb beschickt er nicht jeden Punkt im Körper zu jedem Zeitpunkt mit der gleichen Menge Blut. Zu Ihrem Magen zum Beispiel wird Blut geleitet, wenn er verdaut, an Ihre Lunge und Muskeln, wenn Sie schwimmen, an Ihr Gehirn, wenn sie gerade konzentriert lesen – also dorthin, wo gerade der größte Bedarf an Sauerstoff und Nährstoffen besteht.

Aber Sparsamkeit ist nicht nur in solchen Phasen nötig. Unter Normalbedingungen kümmert sich der Körper nicht sonderlich um die Ernährung der Muskeln, obwohl diese zusammen etwa 30-40% des Körpergewichts ausmachen. Die an die Muskeln geleitete Blutmenge während Ruhephasen ist erstaunlich gering. Sobald Sie jedoch Ihre Muskeln aktiv einsetzen, erhöht sich Ihre Stoffwechselaktivität auf das 50fache und die Blutzufuhr zu den Muskeln steigt um das 20-25fache.120 Das ist eine wahrhaft erstaunliche Steigerung, aber in solchen Arbeitsphasen brauchen die Muskeln tatsächlich so viel Blut. Wenn sie soviel Blut auch in Ruhephasen benötigen würden, wäre das Herz überfordert. In solchen Phasen verteilen die intelligenten Kontrolleure im Körper das vorhandene Blut lieber in andere wichtige Körperorgane, wie zum Beispiel das Gehirn.


Das Gehirn hat einen ständigen Bedarf an Sauerstoff und Nährstoffen, weil alles, was im Körper stattfindet, unter seiner Kontrolle steht. Bemerkenswerterweise scheinen sich Herz, Blutgefäße und das Blut genau darüber im Klaren zu sein. Deshalb wird das Gehirn ständig mit Blut beschickt. In jeder Minute pumpen die Arterien etwa einen Liter Blut ans Gehirn. Bei Blutverlust wird die sinkende Blutmenge im Körper durch Nervenzellen sofort an das Gehirn gemeldet, woraufhin sich die Blutgefäße im Gehirn sofort entweder ausdehnen oder verkleinern, um sich der Krisensituation anzupassen. Blutgefäße in anderen, nicht so wichtigen Organen hingegen drosseln ihren eigenen Blutbedarf, um das Gehirn zu entlasten bzw. Dessen Funktionsfähigkeit zu sichern. Auch darin zeigt sich erneut die im ganzen Körper herrschende Form einer höheren Intelligenz.

In jedem Zellgewebe ist jeweils soviel Blut vorhanden, wie gerade notwendig ist, nicht mehr und nicht weniger. Die Blutzufuhr zu einem bestimmten Zellgewebe, das einen hohen Sauerstoffbedarf hat, ist stets nur so groß wie benötigt oder höchstens geringfügig mehr. Durch diesen fehlerfreien Kontrollmechanismus bleibt die Herztätigkeit auf das notwendige Minimum beschränkt, ohne jemals die Blutversorgung des Zellgewebes zu beeinträchtigen. Zweck dieses faszinierenden Kontrollmechanismus ist es, das Herz soweit wie möglich zu entlasten.121 Die jeweiligen Blutgefäße erweitern sich nur dann, wenn ein bestimmtes Zellgewebe in Notlage gerät, während der Bedarf in anderen Zellgeweben zu diesem Zeitpunkt niedriger ist. Um diese Regulierung vornehmen zu können, benötigen die Blutgefäße ihre schon besprochene muskuläre Struktur.

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Wenn wir Sport treiben, brauchen unsere Muskeln 20 bis 25 mal mehr Blut als normal. Wenn unsere Muskeln soviel Blut auch unter normalen Bedingungen brauchen würden, wäre das Herz nicht in der Lage, sich diesem extremen Tempo anzupassen. Unser Herr jedoch, Der alle Dinge mit Maß erschaffen hat, schuf unser Herz und unsere Muskeln so, dass sie miteinander kompatibel sind.

Was aber, wenn es dieses körpereigene Kontrollsystem nicht gäbe, sodass jedes Zellgewebe und Organ ständig mit der gleichen Blutmenge beschickt würde? Dann müsste das Herz wesentlich mehr Blut pumpen müssen als tatsächlich der Fall, und das würde seine Leistungsfähigkeit übersteigen.122 Beim Bergsteigen oder –klettern zum Beispiel benötigt der Körper mehr Sauerstoff. Deshalb fangen Sie an, schneller zu atmen, und Ihr Herz schlägt ebenfalls immer schneller, um den drastisch erhöhten Sauerstoffbedarf im Blut zu decken. Wenn alle Ihre Körperzellen und –gewebe ständig gleichmßig beschickt würden, würde es Ihnen 24 Stunden am Tag so ergehen.

Die Blutgefäße sind so konstruiert, wie sie sind, um eben diese Kontrolle zu ermöglichen. In Krisensituationen wissen sie genau, welche angemessenen und intelligenten Maßnahmen sie treffen müssen, um das Überleben zu sichern. Wenn zum Beispiel kalte Außentemperatur zum Absinken Ihrer Körpertemperatur führt, kann dies zur Gefahr für Ihr Gehirn werden. Aber dank der unter anderem dafür geschaffenen Eigenschaften der Blutgefäße, kann ein Mensch der Kälte widerstehen. In kalter Luft ziehen sich in den Fingern und Zehen die Kapillaren zusammen, dies ist die erste Vorbeugemaßnahme. Da sich die Blutgefäße in Händen und Füßen nahe der Körperoerfläche befinden, können sie das Blut abkühlen lassen. Wenn sie sich jedoch zusammenziehen, verhindern sie ein zu starkes Absinken der Körpertemperatur und schützen so Herz und Gehirn vor einer Auskühlung.

Bei extrem kalter Außentemperatur sind die Blutgefäße in Ihrem Körper vielleicht sogar bereit, einen Finger oder eine Zehe zu opfern, um Ihr Erfrieren zu verhindern, und deshalb die Blutzufuhr in diese Körperteile vollständig zu unterbinden. Gleichzeitig schickt Ihr Gehirn den Befehl an die Muskeln, mit dem Zittern zu beginnen, um so Ihre Körpertemperatur zu erhöhen.123  Wenn Sie bei Schneetreiben Ihr Haus verlassen, werden Sie sofort bemerken, dass Ihr Körper all diese Vorbeugemaßnahmen ergreift.


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Im Falle irgendeiner Art von Unfall ist das Gehirn – als das Hauptzentrum des Körpers – eines der Organe, das am meisten Schutz braucht. Die Blutgefäße in unserem Körper handeln im Wissen von der Priorität des Gehirns. Wenn die Blutmenge, die das Gehirn erreicht, absinkt, ergreifen die gehirneigenen Blutgefäße und andere Blutgefäße jeweils Vorsichtsmaßnahmen. Die Blutgefäße des Gehirns dehnen sich aus oder ziehen sich zusammen, und andere Blutgefäße woanders im Körper verlangsamen den Blutfluss, um mehr Blut zu diesem wichtigen Organ abzuleiten.

Der Befehl an die Blutgefäße zur Ausdehnung bzw. Zusammenziehung kommt aus dem Gehirn. Mittels verschiedener Nerven und Hormone schickt es entsprechende Befehle an die betreffenden Blutgefäße, deren Bedarf es genau zu kennen scheint. Wenn Ihnen zum Beispiel sehr heiß ist oder Sie sich gerade sehr aufregen, gehen Signale aus Ihren Nervenzellen an die Muskelzellen in den Arteriolen, sich zu entspannen. Daraufhin steigert sich der Blutzufluss zu Ihrem Gesicht, das sich dann mehr oder weniger rötet.124

In dieser Hinsicht verhalten sich die Kapillaren unabhängig. Sie regulieren den Blutzufluss entsprechend dem Bedarf, wenn notwenig, halten sie ihn an. Zum Beispiel steigert sich der Zufluss zum Dünndarm nach dem Essen. Aber wenn Sie ausruhen, wird der Blutzufluss zu Ihren Muskeln reduziert. In der Tat verfügt der Körper über nicht genug Blut, um alle Kapillaren gleichzeitig damit zu versorgen. Wenn alle von ihnen gleichzeitig geöffnet wären, würde zu wenig Blut ins Gehirn gelangen, und deshalb würden Sie schnell erblassen. Wenn dieser Zustand länger anhält, kann dies zu Gehirnschädigungen führen.125

Die Fähigkeit der Kapillaren zur direkten Kontrolle des Blutzustroms ist außerordentlich wichtig, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Dass sie bei kaltem Wetter, vor allem in hautnahen Körperregionen, den Blutzufluss stoppen können, hilft nämlich, den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten.126

Äußere Hitze ist ebenso ein kritischer Faktor bei der Konstanthaltung der Körpertemperatur wie Kälte. An einem heißen Tag wenden jedoch die Blutgefäße die genau entgegengesetzte Methode an: Dicht an der Haut liegende Blutgefäße weiten sich. Dies hat zur Folge, dass das Blut verstärkt in hautnahe Körperregionen strömt, weshalb sich das Gesicht rot färbt. Die Bluttemperatur erwärmt Ihre Haut, die daraufhin Wärme nach außen abgibt. Im Körper selbst wird dadurch die Temperatur konstant gehalten.

Angesichts all dieser wohldurchdachten Maßnahmen des Körpers kann jeder Mensch erkennen, um welch großartige Ordnung und Perfektion es sich dabei handelt, weit jenseits menschlicher Vernunft. Und jeder, der dafür eine Erklärung sucht, wird erkennen, dass sie in der Schöpfung Gottes wurzeln.

Diese Vollkommenheit, wie wir sie in diesem Site beschrieben haben, zeigt, dass sich die Macht Gottes in allem offenbart, und dass sie auch in unserem eigenen Körper steckt, um uns dies immer wieder klarzumachen. Menschen, die diese offensichtliche Wahrheit nicht sehen oder leugnen, werden das Ausmaß ihres Irrtums erst im Jenseits erkennen. Dann jedoch wird Gottes Strafe fürchterlich sein für alle, die Seine Werke nicht als solche anerkannt und nach anderen Erklärungen dafür gesucht haben. Sie werden ein ewiges Leben in der Hölle erleiden, weil sie Gottes Existenz wissentlich geleugnet haben.

Jeder, der seinen Verstand gebraucht, muss die Existenz des Jenseits bedenken und ernsthaft die Qualen der Hölle fürchten. Im Quran hat Gott sie folgendermaßen beschrieben:

Und die wahre Verheißung naht. Fürwahr, erstarren werden da die Augen der Ungläubigen: “O, wehe uns! Wir waren all dessen achtlos! Ja, wir waren wirklich Sünder!”(Sure 21:97 – al-Anbiya)

Zweifellos ist die Existenz der roten Flüssigkeit im menschlichen Körper namens Blut schon seit der Morgendämmerung der Geschichte bekannt. Aber es hat einige Zeit gedauert, bis man erkannte, dass sie eben nicht unbeweglich verharrt, sondern sich durch den ganzen Körper bewegt. Diese Entdeckung wurde erst im Mittelalter gemacht, als Islamische Nationen in Wissenschaft, Kunst und Denken weltweit führend waren. Als erster hat der Islamische Arzt Ibn al-Nafis detatilliert den Blutkreislauf beschrieben. Dieses Wissen entstand in Europa erst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch die Forschungen des englischen Arztes William Harvey, deren Ergebnisse er unter dem Titel Exercitatio Anatomica de Motu Cordis et Sanguinis in Animalibus veröffentlichte. Darin wies er nach, dass das Herz Blut durch den ganzen Körper pumpt, und beschrieb weitgehend korrekt den Blutkreislauf.

Wenn Sie sich nie zuvor der Existenz des in Ihrem Körper fließenden Blutes bewusst gewesen wären und dann plötzlich dies erkennen würden, wären Sie ebenfalls darüber überrascht. Als erstes wären Sie erstaunt über die dominierende rötliche Färbung unter Ihrer Haut. Noch erstaunter wären Sie, wenn Ihnen jemand erklärt, dass die dafür verantwortliche Flüssigkeit ständig mit hoher Geschwindigkeit durch Ihren Körper fließt. Wenn Sie sich gekratzt oder geschnitten haben, können Sie sehen, wie diese Flüssigkeit nach außen dringt, aufhört zu fließen und dann gerinnt. Noch mehr würde sich Ihre Überraschung steigern, wenn Sie sehen, dass sich an der entsprechenden Körperstelle allmählich ein Grind bildet. Dann spätestens würden Sie sich fragen, wie und warum diese seltsame Flüssigkeit eigentlich in Ihren Körper gelangt ist.

Wenn man all die Wirkungszusammenhänge im Körper genauer betrachtet, erkennt man, dass der Körper ohne Blut nicht lebensfähig wäre, und noch bedeutsamer: Das Blut nicht ohne den Körper. Deshalb werden Sie auch nie in der Lage sein, alle Einzelheiten des Blutes zu verstehen, trotz aller Experimente, die Sie damit im Laboratorium anstellen.

Das gilt auch heutzutage. Noch immer haben auch die Wissenschaftler nicht alle Funktionszusammenhänge des Blutes aufgedeckt. Das scheint auch gar nicht möglich, weil Blut nur innerhalb des Körpers voll lebensfähig ist. Sobald man Blut aus den Arterien und Venen herausnimmt, beginnt es zu buchstäblich zu sterben und gerinnt. Alles, was wir über das Blut wissen, wissen wir, weil man die Zellen, aus denen es besteht, extrahieren und anschließend separat untersuchen kann. Wissenschaftler können das farblose Plasma, von dem die Blutzellen separiert wurden, zwar aufbewahren, aber dafür sind einige Prozeduren notwendig. Wir wissen nicht, ob das Verhalten der isolierten Blutzellen unter dem Mikroskop, also außerhalb des Körpers, identisch ist mit ihrem Verhalten innerhalb des Körpers. Das ist der Grund, weshalb es trotz aller Bemühungen der Wissenschaftler selbst mit modernsten Forschungsmethoden bis heute nicht gelungen ist, Blut künstlich herzustellen, künstliches Blut, das in der Lage wäre, Sauerstoff zu transportieren.

Unsere bisherigen Überlegungen zu diesem Thema dienen der Absicht, beim Leser ein Problembewusstsein dafür zu schaffen. In verschiedenen Medien, Bildungseinrichtungen und der “Populärwissenschaft” wird immer noch eine offene oder versteckte Form der Indoktrination im Sinn der Evolutionstheorie betrieben. Die Verfechter der Evolutionstheorie haben kein Interesse daran, dass die Menschen allzuviel über dieses Thema nachdenken. Denn so können sie weiterhin ungestört ihre pseudowissenschaftlichen Thesen verbreiten und mit einigen chemischen Formeln ausschmücken. Ergänzt durch verschiedene Vermutungen und Flschungen, verkaufen sie dann dieses theoretische Gebräu namens Evolutionstheorie, das in wissenschaftlichen Kreisen sogar ernstgenommen und in Konferenzen lang und breit diskutiert wird.

Ihre in all dem Gerede zentrale Botschaft ist jedoch ganz einfach: Das ganze Universum, der perfekt organisierte menschliche Körper, alle Tier- und Pflanzenarten, kurz alles Existierende ist angeblich durch Zufall entstanden. Diese Behauptung ist jedoch derart unlogisch und beschämend, dass sogar etliche evolutionistische Wissenschaftler sie nicht mehr öffentlich aufstellen, sondern nur in durch wissenschaftliche Terminologie verschleierter Form weiterhin vertreten.

Der Grund, warum die Evolutionisten nicht wollen, dass sich andere Menschen allzusehr mit diesem Thema beschäftigen, ist der: Jeder, der das Leben auf der Erde genauer betrachtet, könnte ziemlich schnell erkenen, wie haltlos die Evolutionstheorie in Wirklichkeit ist. Jedes biologische System funktioniert derart logisch und rational, dass auch nur die kleinste Abweichung davon das ganze System außer Kraft setzen würde, ganz zu schweigen davon, dass es niemals zufällig entstanden sein kann. Das zeigt sich nicht erst bei hochkomplexen Systemen wie dem menschlichen Körper oder dem Organismus einer Pflanze, sondern bereits bei der Untersuchung der Aminosäurensequnez eines Proteins, die in sich selbst ein Schöpfungsbeweis ist. Erinnern Sie sich an die Beschreibung des Blutkreislaufsystems in diesem Buch. Die Evolutionstheorie ist nicht in der Lage, den Ursprung auch nur eines einzigen Makromoleküls innerhalb von dessen Funktionszusammenhang zu erklären. Das ist auch nicht möglich, weil das Fehlen oder Nichtfunktionieren auch einer einzigen Komponente den gesamten Mechanismus lahm legen würde. Diese Tatsache ist unvereinbar mit der evolutionistischen “Zufallslehre”. Dieser Sachverhalt wurde kürzlich sogar eingestanden in der pro-darwinistischen türkischen Zeitschrift Bilim ve Teknik (Wissenschaft und Technik):

Alles, was sich im Blut abspielt, ist außerordentlich komplex und miteinander vernetzt. Alles, bis in die kleinste Einzelheit, ist in absolut fehlerfreier Art und Weise organisiert. Das ganze System ist derart perfekt, dass schon eine klitzekleine Fehlfunktion sehr ernsthafte Folgen haben kann.127
Blut kann nur im Körper leben, und der Körper kann nur mit Blut leben. Deshalb kann Blut weder vor oder nach dem Körper entstanden sein, sondern beide müssen zwangsläufig zugleich entstanden sein. Anders gesagt: Im gleichen Atemzug mit dem ersten Lebewesen, das über ein Blutkreislaufsystem verfügte. Das gleiche gilt für das Herz, weil Herz und Blutgefäße getrennt voneinander keinen Sinn machen, und umgekehrt.
Würde man der evolutionistischen Theorie glauben, so müsste man akzeptieren, dass die ersten Lebewesen mit einem Blutkreislaufystem durch Zufall entstanden sind. Die Fossilienfunde belegen, dass derartige Lebewesen bereits im Kambrium existiert haben, zusammen mit vielen anderen komplexen Lebensformen. Wir wissen deshalb, dass die meisten kambrischen Lebewesen über ein Blutkreislaufystem verfügten. In älteren Fossilienschichten jedoch sind nur einzellige und primitive mehrzellige Lebewesen belegt, was die Evolutionisten zur nicht auflösbaren Frage zwingt, wie und wodurch es im Kambrium plötzlich zur Entstehung von Lebewesen mit einem Blutkreislaufsystem gekommen sein soll, obwohl es offenbar keine nachweisbaren Vorformen gab. Damit der Körper eines vielzelligen Lebewesens überleben kann, muss aber jede einzelne seiner Millionen Körperzellen am Leben erhalten werden. Ergo müssen Blutgefäße und ein mit ihnen verknüpftes Versorgungsnetzwerk für die Zellen schon bestanden haben in dem Augenblick, als der Organismus zu leben begann. Darüberhinaus wäre die Existenz eines solchen Systems ohne die Existenz eines Atmungssystems für die Sauerstoffversorgung ebenso nutzlos, wie ohne ein Befehle erteilendes Gehirn, ein Blutkörperchen produzierendes Rückenmark, Blutgefäße für den Bluttransport und all die anderen Mechanismen im Körper.


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Und auf der Erde verankerte Er feste Berge, so dass sie nicht mit euch wanken, und Flüsse und Wege zu euerer Orientierung Sowie (andere) Wegmarken; auch durch die Sterne finden sie die Richtung. Ist nun Der, Welcher erschafft, etwa gleich dem, der nichts erschafft? Bedenkt ihr es denn nicht? (Sure 16:15-17 – an-Nahl)

Es ist schlechterdings undenkbar, dass irgendeine Komponente in all diesen perfekt funktionierenden Systemen später entstanden sein kann als das System selbst und die “schon vorhandenen” anderen Komponenten. Und natürlich ist es ebenso unlogisch, zu behaupten, die Blutgefße wären zufällig entstanden und hätten anschließend Jahrmillionen darauf gewartet, dass Blut durch sie fließt, das seinerseits auf das Herz warten musste, um durch den Körper gepumpt zu werden undsoweiter. Aber genau diesen Unsinn propagieren die Evolutionisten unverdrossen.

Deshalb müssen wir sie fragen: Warum ist es bis heute nicht möglich, Blut synthetisch herzustellen, wenn es doch angeblich zufällig entstanden ist? Warum kann dessen Produktion – die doch angeblich durch Zufall so reibungslos und zuverlässig funktioniert – selbst mit modernsten technischen Mitteln nicht in Gang gebracht werden? Wie können Zufälligkeiten innerhalb der Natur das Blut so entstehen haben lassen, dass es nur innerhalb eines lebendigen Organismus lebensfähig ist? Welcher Zufall denn verteilt und koordiniert die Aufgaben innerhalb des Körpers, von den Blutkörperchen bis zum Herzmuskel? Jeder dieser Zufälle müsste notwendigerweise etwas Nützliches zum bereits funktionierenden Blutkreislauf hinzugefügt haben, weil ansonsten jede “Neuerung” ausreichend gewesen wäre, um das ganze System zu beschädigen. Sind all die beschriebenen Phänomene durch das Zufallsprinzip beschreibbar, trotz ihrer faszinierenden Planmäßigkeit und Bewusstheit?

In jedem Teil, in jeder Einzelheit des Systems steckt Bewusstheit. Die Menschen haben sie erst in den letzten 100 Jahren entdeckt, und auch dies nur in allgemeinen Begriffen. Es ist Gott der Allmächtige, Der über allem steht und all dies erschaffen hat.

Der einzige Grund, weshalb die Evolutionisten diese Wahrheit leugnen, ist ihre Absicht, die Beweise dafür und somit die Existenz Gottes zu leugnen. Denn für einen einigermaßen vorurteilsfreien und integren Wissenschaftler wäre es angesichts der vorhandenen wissenschaftlichen Tatsachen undenkbar, an so etwas wie Zufall zu glauben. Der einzige Grund, weshalb die Evolutionisten noch immer ihre Theorie verteidigen, die bar jeglicher wissenschaftlichen Grundlage ist, liegt darin, dass sie die Schöpfung Gottes leugnen wollen. Deshalb halten sie ihre Augen verschlossen vor den Wunderwerken der Schöpfung, die doch überall sicht- und erkennbar sind, und haben den Zufall zu ihrem Gott erhoben.

Einige Verfechter der Evolutionstheorie haben ihren schweren Denkfehler erkannt und akzeptieren mittlerweile die Wahrheit der Schöpfung. Denn sie ist ja tatsächlich überall unübersehbar. Gott hat das ganze Universum mit einer solchen Vollkommenheit erschaffen, dass jede neue Entdeckung, jede neue wissenschaftliche Erkenntnis Seine Allgegenwart, Seine Allmacht, Sein Allwissen beweist. Alles in der Natur ist das einzigartige Werk Gottes, unseres Schöpfers. Jeder, der dies sieht und wertschätzt, wird das große Geheimnis des Universums verstanden haben, und damit zugleich das Geheimnis seiner eigenen Existenz und das aller anderen Lebewesen. Und jeder neue Beweis dafür bringt ihn Gott näher. Jeder aber, der diese Wahrheit leugnet, obwohl er sie sieht, wird sein Leben auf Erden vergeudet haben und dafür mit ewigem Höllenqualen im Jenseits bestraft. Dies hat Gott im Quran ausgesprochen:

Diejenigen, welche auf ihren Herrn hören, sollen das Beste erhalten. Die aber nicht auf Ihn hören – auch wenn sie alles auf Erden besäßen und noch einmal soviel dazu, würden sie sich damit nicht loskaufen können. Schlimm ist die Abrechnung mit ihnen, und ihre Herberge ist die Hölle. Welch ein schlechtes Lager! (Sure 13:18 – ar-Ra´d)

 

99 http://hes.ucf.k12.pa.us/gclaypo/circulatorysys.htmlhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
100 John Farndon, Angela Koo, Human Body, Factfinder, Dempsey Parr, 1999, S. 53.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
101 http://people.a2000.nl/aalan/sirlar/vuc.htmlhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
102 http://www.nature.com/cgi-taf/DynaPage.taf?%20file=/nbt/journal/v17/n8/full/nbt0899_753.htmlhttp://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
103 David Burnie, Dorling Kindersley The Concise Encyclopedia of the Human Body, Dorling Kindersley; 1st ed., 1995, S. 90http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
104 http://efnt1.fedu.metu.edu.tr/SCE51998/binzat/damar.htm, “Kan damarlari” (“Blutgefäße”)http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
105 Textbook of Medical Physiology, 7th Edition, S. 220.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
106 Ibid., S. 218, 219.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
107 Ibid,S. 220.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
108 Ibid.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
109 Biology Today, S. 202.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
110 Textbook of Medical Physiology, 7Aufl., S. 220, 221.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
111 Textbook of Medical Physiology, 7Aufl., Nobel Tip Kitapevi, Çapa, Istanbul, S. 507http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
112 The Heart – Our Circulatory System,S. 15.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
113 Ibid.,S. 19.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
114 Textbook of Medical Physiology, 7Aufl., S. 221.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
115 Ibid., S. 218.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
116 The Heart – Our Circulatory System,S. 15.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
117 Body Atlas – The Human Pump, Video von Pioneer Production für The Learning Channel. Discovery Communications, Inc., 1994.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
118 The Incredible Machine,S. 119.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
119 “The Circulatory System,” The Encyclopedia of Health, S. 43.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
120 Textbook of Medical Physiology, 7Aufl., Istanbul: Nobel Tip Kitapevi, S. 334.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
121 Ibid.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
122 Ibid.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
123 http://www.newton.dep.anl.gov/askasci/bio99/bio99317.htm, “Ask A Scientist”http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
124 Biology Today, Sandra S. Gottfried, Mosby – Year Book, Inc., 1993, S. 202.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
125 Ibid., S. 203.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
126 Ibid., S. 202, 203.http://www.harunyahya.de/imageshas/uparrow.gif
127 Bilim ve Teknik Dergisi (“Journal der Wissenschaft und Technik”), Tubitak Yayinlari, Februar 1998, vol. 363, S. 67.